Ein Paar Hände halten ein Iphone

Bildabstimmung und ihre Tücken – worauf du für das perfekte Ergebnis achten solltest

 

Hände hoch: wer hat schonmal ein Bild per Iphone freigegeben oder freigegeben bekommen?

War das Ergebnis daraus dann perfekt?

Wenn ja, Glück gehabt!

Wenn nein, Schwamm drüber, beim nächsten Mal wird es besser, versprochen!

 

Denn wieso eine Bildabstimmung per Handy meistens keine gute Idee ist, werd ich Dir heute erklären.

 

Dazu ein bisschen was von meinem Workflow … Wenn ich an einem Auftrag arbeite möchte der Kunde in den meisten Fällen mindestens eine Korrekturrunde. Dann können sich die Kreativen/ Entscheider die Bilder in Ruhe ansehen können, um  Veränderungswünsche oder Korrekturanmerkungen zu machen. Was bedeutet, dass ich Abstimmungs Jpgs oder Proofs von dem Motiven erstelle. Aber worauf muss man dabei achten und wo sollte sich der Kunde diese optimalerweise ansehen?

 

Wie sieht also die ideale Bildabstimmung aus?

 

In der Einleitung hab ich es schon verraten… Abstimmungen per Iphone sind selten eine gute Idee.
Das liegt daran, dass jedes Display Farben und Kontraste etwas anders darstellt. Farbverbindlichkeit zu erreichen ist bei digitaler Darstellung also tricky.

 

Farbmanagement ist auf dem Iphone nicht zu schaffen.

 

Optimalerweise hat der Kunde einen kalibrierten Monitor, damit die Farben so farbverbindlich dargestellt werden, wie auch ich als Retoucher sie bei meinem EIZO Monitor vor mir sehe. Sonst kann ich nachher z.B. Farbanmerkungen vielleicht nur schwer nachvollziehen, weil sie sich bei mir anders darstellen. Oder die gemachten Farbkorrekturen sehen auf dem Druck später nicht so aus wie vom Kunden eigentlich gewünscht.

 

Hat der Kunde/ Betrachter keinen kalibrierten Bildschirm oder sollen die Bilder nur digital verwendet werden konvertiere ich die Abstimmungsbilder in sRGB.

 

Dieses Farbprofil ist quasi der kleinstmögliche Nenner zwischen allen unterschiedlichen Display/ Monitor Typen und Herstellern. Das garantiert eine gewisse Farbechtheit über alle Displays/ Monitore hinweg, schrumpft aber auch die Farbdarstellung ordentlich zusammen.

 

Für Print ist s RGB daher nicht ideal.

 

Weder bei der Abstimmung noch später im Druck. Denn im Druck wollen wir die größtmögliche Farbrange behalten, weil bei der Umwandlung zu CMYK sowieso einiges an Brillianz leider verloren geht. Deshalb arbeite ich alle Bilder standardmäßig in ECI RGB V2 aus.
Dadurch halte ich mir alle Optionen offen, was nachher mit den Bildern geschehen soll.

Um nun die Farbechtheit diese Bilder für den Print beurteilen zu können, sollte man sich diese Motive natürlich auch unter dementsprechenden Bedingungen ansehen.

 

Bilder die für Print vorgesehen sind sollte man daher entweder auf einem kalibrierten Monitor oder wenn möglich sogar als (nach ISO zertifiziertem) Proof betrachten. Sonst kann es später beim Druck unschöne und womöglich teure Überraschungen geben.

 

Um das ganz noch mal ein bisschen zu veranschaulichen hab ich ein schickes, kleines Organigramm zum Thema Bildabstimmung gestaltet. Wenn es Dir hilft würde ich mich über Feedback oder Teilen freuen!

 

Organigram zur idealen Bildabstimmung

 

Und jetzt: fröhliche Bildabstimmung!

 

PS: und wenn Du dich jetzt fragst, ob es überhaupt einen Fall gibt, wo Iphone Bildabstimmung in Ordnung geht… Überraschung, Überraschung – ja den gibt es! Wenn es bei einem Motiv am Ende nur noch um Pixel Details/ Änderungen geht, kann ich durchaus damit leben, wenn man das Bild nur kurz auf dem Handy checkt. Bei Farb- oder Kontrastfragen würde ich darauf jedoch nicht vertrauen… 😉

Wo ich gerade beim perfekten Bild bin: Worauf Du gerade beim Einkauf von Stock Bildern achten solltest erfährst du hier