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Photoshop Retusche in 8 einfachen Steps, auch ohne viel Knowhow

Wie wichtig ist die Photoshop Retusche wirklich?

Kann man heutzutage in dieser Bilder orientierten Welt überhaupt noch unbearbeitete Fotografien zeigen?

Oder sollte es lieber heißen, zurück zur Natürlichkeit ganz ohne final Touchup?

 

Das muss jeder für sich entscheiden. Klar ist, niemand muss seine Fotos nachbearbeiten, allerdings können schon kleine Änderungen/ Betonungen/ Anpassungen dem Betrachter helfen, seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche des Bildes zu lenken. Das kann von Bild zu Bild ganz unterschiedlich sein, deshalb probier doch einfach mal aus!

 

Nicht immer braucht es für Photoshop Retusche einen Profi,

man kann auch mit wenig Kniffen einiges rausholen!

 

Auch ich spendiere meinen privaten Bildern oft ein bisschen Nachbearbeitung. Aber selten retuschiere ich da im Detail herum. Es geht vor allem um das große Ganze, den Bildern einen einheitlichen Look zu geben der zum Motiv und der Stimmung passt. Und da mag ich individuelles Colourgrading nun mal mehr als ein Lightroom Preset drüberzubügeln. Klar, das spart vielleicht nochmal etwas Zeit, macht Bilder aber auch gerne schnell austauschbar und generisch. Und es nimmt einem den Spaß selbst herumzuprobieren.

 

Um Dir zu zeigen, dass man auch mit wenig viel erreichen kann gibt es hier meine

8 besten Photoshop Retusche Tipps

 

(total persönlich und ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Geordnet habe ich diese nach meiner gefühlten Wichtigkeit, achte aber darauf die Pixelkorrekturen unter den Kurven zu machen. So lässt du dir alle Optionen offen, noch einmal was zu ändern.

 

1. Helligkeit insgesamt definieren: Hier kommt es darauf an, wie viel/ wie wenig Licht das Motiv braucht um so zu wirken wie Du es gerne hättest. Hat es schon „aus der Kamera heraus“ die Helligkeit, die Du möchtest? Oder verträgt es vielleicht noch mehr Licht aka Leichtigkeit? Eventuell möchtest du aber auch lieber abdunkeln, um dem Bild mehr Tiefe zu geben, mehr Gewicht, mehr Farbe? Deine Entscheidung ist gefragt!

2. Kontraste optimieren: Fast jedes Bild kann ein bischen mehr Knack vertragen. Mit einer (vorsichtigen) Gradationskurve kann man sehr viel aus einem Bild herausholen. Just sayin…

3. Farbigkeiten ausloten: Soll das Bild eher warm wirken oder kühler? Mit einer Farbbalance kann man prima die Richtung steuern. Aber vorsichtig, zu viel an einem Regler gezogen und es sieht schnell eingefärbt aus! Aber auch mit den einzelnen Farbkanälen in der Gradationskurve kann man schöne Looks erzeugen, dezent oder auch mal mit mehr Wumms, je nach Geschmack. Auch hier hilft das Suchen nach passenden Beispiel Bildern z.B. auf Pinterest oder Instagram, wenn dir mal die Inspiration fehlt, Du aber etwas mehr Look haben möchtest.

 

Wenn du an die Details willst…

 

4. Hauttöne ausgleichen: Bei Bildern mit Menschen machen die Hauttöne unglaublich viel von der Wirkung aus. Oft sind sie zu rot, zu gelb oder einfach zu grau. Such Dir am besten Beispielbilder die lookmäßig zu deinem Bild passen und wo dir der Hautton gefällt. Dann kannst du mit verschiedenen Möglichkeiten daran arbeiten, diese schnell und easy zu optimieren. Erstelle z.B. eine Farbton/Sättigungsebene oder selektive Farbkorrektur, geh dort in die Gelb- und Rottöne und steuere dort vorsichtig in die passende Richtung, damit lässt sich oft schon viel erreichen. Dann leg eine schwarze Maske auf die Ebene und pinsel nur in den Bereichen weiß rein, wo die Farbkorrektur greifen soll.

5. Schwarztöne anpassen: Dein Bild ist in einigen Bereichen sehr dunkel? Dann macht es vielleicht Sinn eine Helligkeitskurve anzulegen und partiell diese Bereiche leicht zu holen, damit nicht nur Schwärze zu sehen ist sondern auch noch Struktur. Achte dabei darauf, dass es möglichst nicht anfängt zu rauschen.

6. Störende Elemente absoften: Das kann je nachdem was genau stört unterschiedlich aussehen. Am radikalsten/ effektivsten ist es natürlich diese Dinge heraus zu retuschieren, z.B. mit dem Stempel oder Bereichsreparaturpinsel.  Ist das nicht möglich, reicht es vielleicht aus diesen Bereich stärker abzudunkeln, etwas unschärfer zu machen oder die Sättigung etwas aus den Farben zu nehmen? Oft ist weniger mehr, also lieber einen Schritt zurücktreten und Dich fragen, was stört mich wirklich?

7. Schärfe überprüfen: Ein Bild (partiell) nachzuschärfen kann einiges ausmachen und den Fokus nochmal konkreter herauskristalisieren. Probier doch dafür mal den Hochpass Filter. Mach dafür oben drüber eine auf eine Ebene reduzierte Ebenenkopie und wende auf sie den Hochpass an. Dann stellst Du die Ebene auf z.B. weiches Licht und spielst mit der Deckkraft herum bis es Dir gefällt. Und leg auch gerne eine Maske drüber und schärfe damit nur Bereiche nach, die Dir wichtig sind!

8. Bildausschnitt wählen: Wie, das kommt ganz zuletzt? Ja, ich lasse  mir gerne alle Optionen offen was den Bildbeschnitt angeht. Je nachdem wofür Du das Bild verwenden möchtest, schneide es dafür zurecht und versuch unwichtige Dinge außen vor zu lassen. Zum ausprobieren super: Immer erst einmal die aktuelle Version abspeichern und dann mit dem Bildausschnitt auf einer Kopie herumexperimentieren!

 

So, das wars auch schon mit meinen technischen Tipps, wie man easy aus Bildern auch ohne Preset und großes Photoshop Wissen ganz individuell viel rausholt. Und was sonst noch dabei hilft gute Bilder zu kreieren hat Lars Poek von IG-Fotografieren hier sehr schön beschrieben. Viel Spaß dabei!