Macbook professioneller Bildbearbeiter

Professioneller Bildbearbeiter? – Darauf kommt es wirklich an!

Ich bin ehrlich, eigentlich mag ich den Begriff „professioneller Bildbearbeiter“ nicht. Als ob man extra betonen müsste, dass man professionell arbeitet weil es sonst keiner wahrnimmt. Genauso wie bei allem wo Profi oder Experte angehängt ist. Für mich klingt es dann oft so nach gewollt aber nicht gekonnt. Also das genaue Gegenteil von dem Gefühl, was ich als High End Bildbearbeiter dir geben möchte. Trotzdem gibt es natürlich handfeste Unterschiede bei der professionellen Bildbearbeitung!

Und jetzt könnte ich hier anfangen zu erzählen, wie wichtig jahrelange Erfahrung und Routine als Bildbearbeiter ist, wieviele abertausende Stunden in Photoshop mich zu einem Experten in der Bildbearbeitung gemacht haben oder mit wieviel Liebe zum Detail ich mit meinem geschulten Auge deine Bilder auf den Pixel genau retuschiere *gähn*

Aber das hast du dir bestimmt schon selbst gedacht, dafür brauchst du mich nicht. Denn die entscheidenen Details stecken oft nicht nur in der Bildretusche selbst sondern im Drumherum.

Gerade wenn es um die Wurst geht, also bei großen Werbekampagnen, teuren Fotoprojekten und wichtigen Kunden gibt es auch rund um die Bildbearbeitung viele Stolpersteine, die deine fein geplante Foto Produktion gehörig durchschütteln können.

Damit dir das in der Bildbearbeitung nie wieder passiert habe ich hier 3 meiner geheimen Profi Tipps für dich, wieso es sich lohnt in beim High End Retouching auf einen professionellen Bildbearbeiter zu setzten!

 

1. Ein professioneller Bildbearbeiter stellt die richtigen Fragen

„Assuming things is the fastest way to lose a job“

Wer genau dieses Zitat gesagt hat weiß ich leider nicht mehr genau, ich hab es vor einiger Zeit in einem Retoucher Podcast gehört, aber es passt wie die Faust aufs Auge.

Was ich dir mit diesem Zitat sagen möchte? 

Auch Bildbearbeiter sind keine Hellseher – und Fragen unglaublich wichtig um einen guten Job machen zu können!

Ich hab ganz am Anfang meiner Bildbearbeiter Karriere gedacht, dass ich irgendwann so gut, so weit, so professionell bin, dass ich dem Kunden alle Wünsche von den Augen ablesen kann. Dass ich irgendwann einfach „fühle“ was er braucht… So ein Bullshit 🙈

Tatsache ist: Jeder Job, jedes Projekt ist individuell und einzigartig und sollte auch so behandelt werden. Was für das eine gilt muss noch lange nicht bei dem anderen wichtig sein.

Und einfach so drauf los arbeiten ohne genau zu wissen worum es geht und was wirklich wichtig ist kann dir schonmal das ganze Projekt versauen – keine schöne Aussicht, oder?

Denn die optimale Abstimmung mit der Bildbearbeitung sollte VOR der Produktion stattfinden, am besten durch ein mega Bildbearbeiter Briefing. Dann weiß ich nämlich umso genauer, an welchen Ecken ich noch einmal nachhaken muss um alles vorab festzuzurren 🙂

Also, wenn ein Bildbearbeiter dir zum Projekt oder Briefing keine Rückfragen stellt – Bilder ähhh Hände weg!

 

2.  Ein Profi sagt dir ganz genau was geht – und was nicht!

Ich erinnere mich noch ganz genau:

Im ersten Jahre meiner Selbstständigkeit als professioneller Bildbearbeiter hatte mich eine bekannte Werbeagentur für die Ausarbeitung großer Kampagnenbilder gebucht. 

Neben mir eine dampfende Tasse Kaffee saß ich vor meinem Eizo und schlug die Hände überm Kopf zusammen. So einen Murks hatte ich selten gesehen.

Was war passiert?

Die Agentur hatte neben den von professionellen Fotografen geshooteten Bildern auch Stockmotive eingekauft, aus Kostengründen. Und eben eines dieser Stockbilder hatte ich nun vor mir und es war echt gruselig.

Denn auf dem Bildmotiv stimmte leider nichts.

Nein halt, so konnte man das auch nicht sagen. Es stimmte soweit einigermaßen, solange man in Photoshop nicht allzu sehr ranzoomte. Denn anscheinend hatte der Fotograf und Verkäufer des Stockmotivs schon selbst ordentlich in seinem Bild herumretuschiert – und leider nicht auf die gute Art und Weise!

Das war bei der kleinen Bildvorschau beim Stockanbieter nicht gut zu erkennen gewesen. Und mit genau der Bildvorschau hatte die Werbeagentur die Motivauswahl mit dem Kunden abgestimmt.

Und nun? Alles noch einmal von Vorne? Zum Glück konnte ich mit viel Geduld und Hingabe das Bild doch noch drehen, zur großen Erleichterung der Agentur. Es hätte aber auch echt in die Hose gehen können. Denn auch in der Bildbearbeitung gibt es durchaus Grenzen der Machbarkeit.

Und genau das willst du nun wirklich nicht haben! Während eines laufenden Projektes deinem Kunden beichten müssen, dass das vorher hoch angepriesene Motiv doch nix wird weil die Qualität nicht passt *autsch*

Dabei ist es eigentlich ganz easy:

Professionelle Bearbeitung erfordert professionelles Bildmaterial.

So simpel aber nicht einfach.
Deshalb hol gerne in solchen Situation wie:

deinen Retoucher mit ins Boot!

Denn ein professioneller Bildbearbeiter wird dir nicht nur die (fast) unendlichen Möglichkeiten von Photoshop anpreisen sondern auch ganz genau sagen, was bei deinem Projekt, deinen Bildern, deinem Budget die Grenzen des Möglichen sind.

Damit es für beide kein unangenehmes Erwachen gibt 🙃

 

3. Professionelle Bildbearbeitung = non destruktives, strukturiertes Arbeiten!

Was für mich einen professionellen Bildbearbeiter ausmacht?
Die Arbeitsweise!
Nicht nur das was bei rauskommt sondern vor allem auch das wie!

Was ich damit meine?

Jedes Projekt braucht seine eigene Struktur, so auch in Photoshop.

Ein Standart Retusche Bildaufbau kannst du dir vorstellen wie eine Torte:

1. Unten kommt das original Bild = der Boden

2. Darüber alle Veränderungen auf Pixelebene = erste Tortenschicht

3. Darauf die Kurven = zweite Tortenschicht

4. Ganz oben das Bildrauschen = Sahne

Damit stelle ich schon während des Bearbeitens sicher, dass ich jederzeit und ohne Qualitätsverlust weitere Änderungen oder neue Kundenwünsche umsetzten kann. Oder sogar ganz in Teilen auf das Ursprungsbild zurückgreifen kann!

Warum genau das wichtig ist?

Anfang des Jahres habe ich viele Still life Bilder bearbeitet. Bei dem Job ging es unter anderem darum, alten Produkten mit neuen Labels wieder Leben einzuhauchen. Während des Projekts stellte sich jedoch heraus dass mir teilweise schon wieder veraltete Labels geschickt wurden, die ich dann NOCH einmal austauschen musste. 

Hätte ich da unsauber gearbeitet und vielleicht sogar die Daten miteinander verrechnet, wäre ich ganz schön am A*** gewesen, lol. So konnte ich einfach das falsche Label im Smartobjekt anpassen und austauschen und puff, war das neue Bild schon fertig!

Ein paar Tage später klingelte es an der Tür. Ich hüpfte atemlos die Treppenstufen von meinem Spitzboden Office runter und riss ganz aus der Puste die Tür auf:

Ich war baff! Da stand der Postbote mit einem riesigen Blumenstrauß in der Hand! Der Kunde war so happy über meine blitzschnellen Änderungen dass er mir ein Extra Dankeschön geschickt hatte! Meine Freude und Motivation fürs weitere Projekt kannst du dir bestimmt vorstellen!

Anderes Beispiel: Photoshop Composing

Gerade erst habe ich für eine Werbeagentur Kampagnenmotive erstellt. Die Art Direktorin wünschte sich einzeln verschiebbare Freisteller, damit sie die Motive optimal aufs Layout anpassen konnte.

Daher habe ich das Bild nach dem Koffer-Prinzip aufgebaut: Jedes wichtige Bildelement hatte seinen eigenen „Koffer“ aka Photoshop Ordner.

Im Ordner alles Wichtige für die einzelne Person nach bekanntem Prinzip:

Basis, Pixel, Kurven!

Und drumherum etwas optimiert damit es auch keine Blitzer gibt beim Verschieben.

Klingt easy? Wenn man so etwas als professioneller Bildbearbeiter ständig macht ist es das auch.

Ob du das bei jedem der sich Retoucher nennt auch bekommst? Würde ich eher bezweifeln…

 

Fazit:

Bildbearbeitung ist nicht gleich Bildbearbeitung. Einfach nur ein paar Fotos in Photoshop wegschrubben können viele aber wenns ans Eingemachte geht trennen sich die Pixel von den Möchtegern Bildbearbeiter.

Auch wenn ich persönlich den Begriff professioneller Bildbearbeiter nicht so prickelnd finde macht er doch im beruflichen Kontext absolut Sinn (sofern auch drin ist was draufsteht 😉)

Mein extra Tipp:

Guck nicht ob sich dein Bildbearbeiter professionell nennt sondern vor allem professionell verhält! Ich würde sogar soweit gehen, dass es (fast) egal ist ob er sich selbst als Experte bezeichnet oder nicht, wenn dass was er tut ihn als Profi auszeichnet.

Und wenn du dich jetzt fragst, wie du „deinen Bildbearbeiter“ findest, der wirklich zu dir passt erfährst du hier!