Retuscheur Maxi de Witt

5 + einen Tipp wie du deinen perfekten Retuscheur findest!

Reden wir mal Tacheles: Den richtigen Retuscheur für deine Bilder zu finden ist oft ein steiniger Weg. Denn nur weil jemand eine schnieke Portfolio Seite mit allerlei nicen Bildern besitzt, heißt das noch lange nicht dass dies dein perfektes Retoucher Match ist.

Mit anderen Worten: Natürlich sollte dein idealer Retuscheur vom Tuten und Photoshoppen Ahnung haben aber das ist nur eine (wenn auch sehr wichtige) Eigenschaft die er haben sollte.

Denn schließlich sind deine Bilder deine Babies, und die willst du ja nicht irgendwem überlassen, oder? Noch schlimmer, an den Fotos hängt ja ein ganze Job noch mit dran, wenn die Retusche schiefgeht kommt das beim Kunden bestimmt nicht gut an. #fail

Die gute Nachricht: Wenn du die folgende Tipps anwendest kannst du das Risiko einen Retoucher Flop zu erwischen erheblich minimieren – I promise!

1. Guck dir das Portfolio des Retuscheurs genau an – aber richtig!

Und mit richtig meine ich: Passt das Portfolio zu dir?  Anders gefragt: Zeigt der Retoucher thematisch die Art von Bildern die du machst oder die Richtung in die du willst? Denn jeder Retuscheur hat einen anderen Schwerpunkt in seiner Arbeit.

  • Der eine hat sich auf Kreativretusche spezialisiert und bietet dir die abgefahrensten Photoshop Composings.
  • Der nächste macht vorwiegend Beauty und Fashion Retusche mit porentief reiner Haar- und Hautretusche.
  • Und beim dritten quillt die Webseite vor lauter CGI Auto Retusche fast über, dafür sind People Bilder rar gesäht.

Mach dir klar: Der Retuscheur muss zu dir passen und nicht umgekehrt! 

Deine Bildmotive, dein Bildstil und deine fotografischen Ziele entscheiden. 

Und ganz wichtig: Willst du einen Retuscheur mit eigenem, bestimmten Stil oder einen der mit dir zusammen deinen Stil (weiter-) entwickelt? You decide!

Wenn du dir nicht sicher bist ob der Retoucher genügend Erfahrung in deinem Bereich der Fotografie hat, frag auch gerne einmal nach! Nicht jedes Projekt schafft es ins Portfolio oder darf aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden. Deshalb bitte um ein PDF Portfolio zu genau deinem Thema, vielleicht wirst du überrascht, wieviel der Retoucher dazu schon gemacht hat 🙃

PS: Natürlich sollte auch die Retouch Qualität stimmen aber das setzte ich jetzt einfach mal voraus. Deshalb bitte nur einen professionellen Bildbearbeiter anfragen! Ansonsten lieber schwupp die wupp die Biege machen! 

2. Stellt der Retuscheur die richtigen Fragen?

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen… Die Wahrheit ist: Um gute Arbeit abliefern zu können muss das Briefing stimmen. Natürlich kannst du dir vorab schon selbst Gedanken machen (zum Beispiel mit Hilfe meines Briefing Leitfadens), das gibt extra Fleißpunkte 😉

Trotzdem kannst und musst du natürlich nicht alles wissen, was in der 2D Postproduction relevant ist. Schließlich ist deine Expertise das Fotografieren und nicht die Bildbearbeitung. 

Umso wichtiger dass du dich darauf verlassen kannst, dass dein Gegenüber auch zwischen den Pixeln lesen kann und die wichtigen Facts aus dir herauskitzelt.

3. Ist dein Retoucher ein (auch einmal) Nein–Sager?

Ob du es glaubst oder nicht, das ist etwas positives! Natürlich heißt das nicht dass er immer und alles ablehnen sollte aber wenn du zu allem ein „Ja“ bekommst kann etwas nicht stimmen.

Nicht jedes vom Kunden gewünschte Timing ist realistisch, nicht jede Deadline lässt sich halten und nicht jeder Look ist geeignet.

Ich wurde zum Beispiel einmal von einer Werbeagentur gefragt, ob es möglich wäre mehrere komplexe Photoshop Composings innerhalb einer Woche zu kreieren und zu finalisieren. Denn die Zeit war mal wieder knapp, der Kunde ungeduldig und die Druck Deadline stand schon fest. 

Diese Anfrage musste ich ganz klar ablehnen und dem Kunden einen realistischeren Zeitraum nennen. Dabei hätte ich die Composings durchaus in kürzester Zeit aufbauen können. 

Ich kann ich dir aber aus Erfahrung sagen, dass alleine die Feedback Runden einfach ihre Zeit brauchen. 

Erst will natürlich die Agentur ihre Anmerkungen machen, dann der Kunde. Nicht jeder hat sofort Zeit sondern kommt unter Umständen erst später dazu. Vielleicht soll dann doch noch ein entscheidendes Element ausgetauscht oder Proofs live betrachtet werden. 

Das alles kostet Zeit und die solltest du dir auch nehmen um am Ende ein grandioses Ergebnis in den Händen zu halten.

Oh je – heißt das, du musst all dies immer im Kopf behalten? Nope, zum Glück nicht 🙌

Ein erfahrener Photoshop Profi kennt die Fallstricke und Grenzen von Programm, Plan und Prozess und macht dich proaktiv darauf aufmerksam!

 

4. Mitdenken statt Maullaffen feil

Schonmal hochmotiviert in ein Post Projekt gestartet nur um dann am Ende festzustellen dass zwischendrin wichtige Elemente vergessen, Briefings falsch interpretiert und plötzlich auftauchende Stolpersteine nicht erkannt wurden. Das Ergebnis: leider alles andere als brilliant. Schade Schokolade.

Zugegeben: Ob jemand ein Mitdenk-Meister ist lässt sich, wie das Wort schon sagt, oft erst erfahren, wenn ihr mittendrin steckt. Trotzdem lässt sich zu Anfang schon erahnen wie sich die Zusammenarbeit gestalten könnte:

– Sagt er offen und ehrlich was geht und was nicht?

– Hakt er nach bei kritischen Fragen und Punkten im Briefing? 

– Schreibt er sich vielleicht sogar Spickzettel oder To-Do Listen?

– antwortet er zügig auf deine Mails oder kommuniziert klar, wann er sich melden kann und wann nicht?

Mein Geheimtipp: Wurde die Person dir empfohlen? Dann bohr doch bei deinem Empfehler nach ob er sich bei früheren Projekten als Mitdenk-Yoda erwiesen hat #retouchhack

 

5. Passen dein Retuscheur und dein Budget zusammen?

Lets talk money: Bildbearbeitung kostet Geld. Doch wieviel kann ganz unterschiedlich sein, je nach Projektanforderungen. Dabei kann ein Freelancer günstiger sein als eine Postproduction, muss aber nicht sein. Es kommt mehr auf die Qualität an, die dir dein Retusche Dienstleister bieten kann.

Denn wie bei der B2B Fotografie es gibt gerade im High End Bereich nur wenig, was sich standardisiert anbieten lässt, wenn doch jedes Projekt variiert. Ein 18/1 Composing kostet natürlich deutlich mehr als ein Social Media Bild mit Colorgrading und ohne große Retusche.

Deshalb briefe zuerst so genau es möglich ist bevor du nach Preisen fragst. Andernfalls kannst du höchsten eine Grobkosten Kalkulation erwarten und kein genaues Angebot.

Meine Erfahrung: frag nicht nach Stundensätzen sondern setz auf Bildpreise

Zugegeben, am Anfang meiner Freelancer Karriere habe ich auch oft nach Stundensätzen abgerechnet denn wie sollte ich schon wissen wie lange ich für etwas brauche? Ich fühlte mich damit auf der sicheren Seite. 

Das ist aber dir, dem Auftraggeber, wenig transparent.

Woher sollst du wissen wie lange ein Haar Freisteller, eine Beauty Retusche oder ein Composing dauert wenn ich mir schon nicht sicher bin?

Stundensätze sind meiner heutigen Meinung nach etwas für Freelance Anfänger mit wenig Erfahrung, die lange brauchen und Schiss haben sich zu verkalkulieren. 

#sorrynotsorry

Fakt ist: Ein erfahrener Retuscheur kann anhand eines ordentlichen Briefings ziemlich gut einschätzen, wieviel Aufwand ein Job bedeutet. Und mit den Jahren wird jeder gute Retoucher effizienter in seiner Arbeit. 

Und durch Projektpreise kann er dir schneller Ergebnisse liefern ohne sich selbst ins Knie zu schießen, logisch, oder? Ein Win-Win für alle also.

Deshalb mache ich heute nur noch Angebote mit Festpreis denn so weißt du schon von Anfang an wieviel dich ein Bild kosten wird. Ganz transparent und fair.

Forderst du also ein Angebot an, achte darauf, dass genau festgehalten ist was die Retusche beinhaltet – und was nicht.

Am Besten ist dort das Briefing knapp on Point zusammengefasst, inklusive Timing, Deadline und Anzahl der Korrektursteps.

Dann bist du safe, versprochen!

Bonustipp:

Auch wenns abgedroschen klingen mag, hör auf dein Bilder-Bauchgefühl!

Wenn sich nach dem ersten Telefonat oder dem Lesen der „Über mich Seite“ ein wohlig warmes Gefühl in dir breit macht was sich verdächtig nach Vertrauen anfühlt dann freu dich!

Natürlich würde ich trotzdem empfehlen die vorherigen Punkte noch einmal in Ruhe durchzugehen und dann mit Herz und Verstand zusammen zu entscheiden. Trotzdem darf und sollte sich deine Retuscheurr Entscheidung einfach gut anfühlen. 

Gerade wenn du keinen schnellen Retouch Quickie brauchst sondern auf der Suche bist nach einer entspannten, längerfristigen Zusammenarbeit. Da muss einfach die Chemie und das Vertrauensverhältnis stimmen.

Damit erreichst du regelmäßig dein grandiose Ergebnis und sparst auf lange Sicht viel Zeit und Nerven.

Denn irgendwann versteht ihr euch (fast) blind – ein unschlagbarer Vorteil beim Retouching, wo es so viel um das „Fühlen“ einen Bildes geht.

Fazit:

„Deinen“ Retuscheur zu finden erfordert definitiv etwas Mühe und Initiative deinerseits. 

Aber: wenn du meine Punkte Schritt für Schritt durchgehst maximierst du ganz sicher deine Chance, dein perfektes Match zu finden!

Dazu findest du auf meiner Angebotsseite noch weitere Details, wie ein Post Projekt ablaufen könnte und was es dabei zu beachten gibt.

Was aber immer immer immer dazu gehört: ein gutes Briefing! Denn ein Retoucher (und sein Angebot) kann nur so gut sein wie das Briefing auf dem es basiert. #Amen